Tekirdag Raki

Informationen zur Geschichte und  Marke Tekirdag Raki.

Die Geschichte von Raki aus der Region Tekirdag begann im Jahre 1880. Im osmanischen Reich wurde erstmals die private Produktion von Raki erlaubt, und der damalige Finanzminister Sancazada Ragip Pasa eröffnete eine Raki Fabrik auf der Straße von Tekirdag nach Istanbul. Der Name der ersten offiziell registrierten Raki Marke lautete Umurca Raki.

Tekirdag Raki Logo

Aus welcher Gegend stammt Tekirdag Raki

Tekirdag Karte

© Openstreetmap.org

Tekirdag ist eine Hafenstadt am Marmarameer, etwa 140 km westlich von Istanbul. Gelegen im europäischen Teil der Türkei, genauer in der Provinz Thrakien, ist die Gegend um Tekirdag seit jeher sehr bekannt für den dortigen Anbau von Wein.

Und da Trauben auch der Grundstoff von Raki sind, war der Name der Ortschaft Tekirdag auch schon früh mit der Produktion von Raki verbunden. Im Lauf der Zeit kamen verschiedene, damals bekannte Raki Marken aus der Gegend in und um Tekirdag auf den Markt, so zum Beispiel aus Mürefte.

Raki aus der Gegend von Tekirdag, also Tekirdag Raki.

Tekirdag Raki in der Zeit des staatlichen Alkoholmonopols

1942 wurde ein Gesetz erlassen, welches die Produktion von Alkohol unter ein Staatsmonopol stellte. In den vielen Jahrhunderten davor gab es eine weit in der Gesellschaft verbreitete Raki Kultur, welche Ihren Ausdruck in vielen Herstellern und Marken fand, aber auch in speziellen Gläsern, Karaffen und anderen Tischutensilien, die Zeugen einer anspruchsvollen Rakikultur waren.

Durch dieses Gesetz verschwanden nach und nach alle bis dahin bekannten Raki Marken vom Markt, und die Raki-Vielfalt der frühen republikanischen Zeit endete.

historisches wohnzimmer

historisches wohnzimmer

Die staatliche Institution, die von da an die Produktion, den Vertrieb und den Verkauf von Alkohol kontrollierte, trug den Namen Tekel. Ab dem 12. Juli 1944 mussten endgültig alle privaten Produktionsanlagen und Fabriken den Betrieb eingestellt haben.

Im Jahre 1944 wurde dann auch der erste Raki vom neuen Staatsmonopolisten Tekel vorgestellt, der dieser Entwicklung Rechenschaft trug. Der Name lautete Yeni Raki - Neuer Raki.

Alles war Yeni Raki - nur der aus Tekirdag war besser

historische kelter

Historische Kelter

Tekel baute Produktionsstätten für Raki und andere alkoholische Getränke in den drei größten Städten der Türkei, Istanbul, Ankara und Izmir auf. Weitere Orte waren außerdem Canakkale, Bilecik, Diyarbakir, Gaziantep und Tekirdag.

Hier wurde natürlich neben Raki auch Wein, Bier, Cognac, Gin, Wodka und sogar Whiskey produziert. Die Zentralisierung der Produktion sorgte unter anderem dafür, daß es nun einheitliche Standards gab, die stetig weiterentwickelt werden konnten. Es war genug Geld vorhanden, um Forschung und Entwicklung zu betreiben, und dies nicht nur in der Produktion von Raki, sondern auch für den Anbau der Grundprodukte Weintrauben und Anis.

1967 begann die Produktion von Tekirdag Raki in der von Tekel dort erstellten Produktionsanlage. Schnell machte sich die damalige Fabrik einen Namen, denn obwohl alle Fabriken im ganzen Land vom Monopolunternehmen mit den gleichen Trauben, Rosinen und dem gleichen Anis beliefert wurden, schmeckte der Raki aus Tekirdag den Menschen einfach besser.

Das Geheimnis - Die artesische Quelle

Diesen besonderen Geschmack schrieb man damals dem dort verwendeten Wasser zu, alle anderen Zutaten waren ja gleich. Das Wasser entstammt nämlich einem artesischen Brunnen im Stadtteil Corlu, also ein Brunnen, bei dem das Wasser natürlich austritt und nicht abgepumpt werden muss.

Die Menschen bevorzugten den in Tekirdag hergestellten Raki, und versuchten diesen aus den von Tekel natürlich im ganzen Land einheitlich hergestellten Produkten zu unterscheiden. So entstanden Gerüchte, man könnte anhand versteckter Hinweise auf den Flaschen den Standort der Produktion erkennen. „Tekirdag Raki“ wurde einfach zu einem Synonym für hochwertigen Raki. 

alte yeni raki flasche


Dieser Zeit verdankt der heutige Tekirdag Raki daher sowohl seinen Namen, als auch die damit verbundene hohe Qualität. So kamen beispielsweise ausländische Delegationen extra zu Besuch in die Fabrik, um den dort hergestellten Tekirdag Raki zu kaufen und mit in Ihre Heimatländer zu nehmen, so daß der dortige Raki auch über die Grenzen der Türkei hinaus Bekanntheit erlangte. 

Das Jahr 2000 - Die Marke "Tekirdag Raki" wird geboren

Diese Konsumentenpräferenz blieb auch den Managern bei Tekel nicht verborgen, und so generierten Sie im Jahre 2000 die eigene Marke „Tekirdag Raki“, die als letzte offizielle Marke des Staatsunternehmens auf den Markt kam. Es war  der erste Raki, der nur aus den Trauben einer Region gewonnen wurde. Bis heute sind mit ihr die hochwertigen Produktionsmethoden der Manufaktur und den benutzten Grundstoffen Trauben, Anis und Wasser verbunden. 

Tekirdag Raki Klassik

Tekirdag Raki Klassik

Tekirdag Raki Trakya

Tekirdag Raki Trakya

Tekirdag Raki Gold

Tekirdag Raki Gold

Im Jahre 2004 wurde Tekel, und damit auch Tekirdag Raki privatisiert und von der Firma Mey gekauft. 2011 wiederum übernimmt der britische Spirituosen-Weltmarktführer Diageo die Firma Mey, zu dessen Firmenverbund sie noch heute gehört. 

Tekirdag Raki - Mythen und Geschichten

Tekirdag Raki No 10

Um die Rakimanufaktur in Terkirdag ranken sich viele Mythen und Geschichten. Eine der bekanntesten ist sicherlich die, um den legendären Kupferkessel mit der Nummer 10.

Dieser in Frankreich handgefertigte Kupferkessel hat den damaligen Rakimeistern zufolge den besten Raki der Destillerie hervorgebracht. Zeugnis dafür sind mehrere internationale Auszeichnungen für Produkte aus eben diesem Kessel. So musste er auch beim Umzug der Destillerie in ein neues Produktionsgebäude etwas außerhalb von Terkirdag mit großem Aufwand umgebettet werden.

Noch heute zeugt die Flasche mit Ihrem von einem Kupferkorb ummantelten Körper von diesem fast schon sagenumwobenen Kessel. Der Tekirdag Raki No. 10 hat mit 47.5% einen relativ hohen Alkoholgehalt, im Vergleich mit anderen Rakis, und wird aus reinem Traubenalkohol in 3fach Destillation nur in diesem Kupferkessel hergestellt.

Deshalb produziert man in Tekirdag exzellenten Raki

Eine anderer Mythos über die Qualität von Tekirdag Raki erzählt von einem mürrischen und oft wütendem Manager. Dieser wurde zum Chef der Raki Produktionsanlage in Terkirdag ernannt, obwohl ihm keine großen Kenntnisse in Sachen Raki nachgesagt wurden. Alle Angestellten und Mitarbeiter waren deshalb schon wegem dem Ruf, der diesem Manager vorauseilte, in großer Aufruhr. 

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Bei seinem ersten Besuch in der Fabrik begann er dann auch mit der Besichtigung. Auf die Frage eines Mitarbeiters, ob ihm gefalle, was er zu sehen bekam wurde der Manager wütend und fragte, was ihm denn an dieser Fabrik gefallen solle? Der Mitarbeiter zog sich darauf ohne zu antworten beschämt zurück, was den Manager noch wütender machte, und er daraufhin begann um sich zu treten, Gegenstände in seiner Nähe auf den Boden zu werfen und Teile der Produktionsanlage zu zerstören.

Die Mitarbeiter setzten sich am darauffolgenden Tag zusammen, um die Probleme zu besprechen. Was war bei Ihnen so schief gelaufen, daß es zu so einer Reaktion des Vorgesetzten kommen konnte? Sie arbeiteten entsprechende Verbesserungen aus, und in kurzer Zeit hatten Sie es geschafft, die Produktion mit doppelter Effizienz neu aufzubauen. 

Danach stand der nächste Besuch des mürrischen Managers an. Dieser besichtigte wiederum die Produktionsanlagen. Im Verpackungsbereich angekommen, holte er eine Flasche Raki aus einem Karton hervor, öffnete diesen und roch am Deckel. Dabei verzog er angewidert sein Gesicht, und begann unumwunden den Raki auf den Boden zu schütten. Alle umstehenden Mitarbeiter waren schockiert. „Was hat Ihnen an diesem Raki nicht gefallen?“ fragten Sie. Er schrie und antwortete nur „Wer soll bitte diesen Raki mögen? Und jetzt Ruhe!“

Daraufhin setzte sich der Rakimeister wieder mit seinen Kollegen zusammen, und sie versuchten herauszufinden, was an dem Raki schlecht sei. Sie probierten und probierten. Monatelang.

Nachdem Sie fertig waren, luden sie den Manager erneut ein, um ihm zu präsentieren, welche Fortschritte sie gemacht hatten. Als sie wieder im Verpackungsbereich ankamen, boten sie dem Manager eine Flasche zum Probieren an. Dieser öffnete wieder die Flasche, roch und wurde dabei natürlich sehr argwöhnisch beobachtet. 

Er nahm ein Glas, probierte und nach einem leichten Zögern begann er schließlich wieder zu schreien und fragte „Was bitte ist gut an diesem Raki?“ und begann damit, die Flasche umzudrehen, um sie erneut auf den Boden zu schütten. In diesem Augenblick konnte sich der Rakimeister nicht mehr halten. 

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Er sprang aus der Menge der Zuschauer hervor und ergriff die Flasche in der Hand des Managers mit den Worten „Ich werde nicht zulassen, daß sie unser Meisterwerk verschütten! Was gut ist an diesem Raki? Schmecken Sie das denn nicht, oder haben Sie etwa keine Ahnung von Raki?“

Die Menge erstarrte, denn alle erwarteten natürlich einen explosiven Wutausbruch des Managers. Aber das Gegenteil geschah, der Manager blieb ruhig. „Nein“, sagte er, „ich verstehe tatsächlich nichts von Raki. Aber ich verstehe etwas von Menschen. Ich habe Ihren Raki bisher nur schlecht gemacht. Keiner von Ihnen aber hatte daran etwas auszusetzen. Niemand von Ihnen mochte sein eigenes Produkt so sehr, als daß er es gegen meine Schelte verteidigt hätte.

Heute aber haben sie zum ersten Mal die Flasche ergriffen, um sie zu beschützen, als sei sie ihr eigenes Kind. Nun bin auch ich mit der Qualität zufrieden“. 


Wir hoffen, wir konnten Ihnen die Geschichte rund um Tekirdag Raki ein wenig näher bringen. Heute gehört die marke Terkirdag übrigens zum Konzern Diageo und, wird zusammen mit Yeni Raki vermarkted. Hier finden aktuelle Informationen zu Terkirdag Rakis. Wir freuen uns gleichzeitig, Ihnen die Produkte aus diesem traditionsreichen Hause anbieten zu dürfen.


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