Tekirdag Raki Gold 0,7l
Herkunft und Hersteller
Die Gold Series der Marke Tekirdag Raki unterscheidet sich von der klassischen Abfüllung durch einen zusätzlichen Arbeitsschritt: die Reifung in Eichenfässern. Der Tekirdag Raki Gold 0,7l entsteht aus frischen Trauben und Anissamen. Nach der Destillation lagert er 90 Tage in Eichenfässern, die ihm seine goldene Farbe geben. Von dieser Farbe leitet sich der Namenszusatz „Gold“ ab.
Hersteller ist die Mey Company aus der Türkei. Das Unternehmen führt die Abfüllung unter dem Namen „Gold Series“ innerhalb der Marke Tekirdağ Rakısı. Die Marke besteht seit dem Jahr 2000. Die Gold Series kam 2005 offiziell auf den Markt und ist damit eine eigenständige Sorte innerhalb dieser Marke.
Der Markenname geht auf die Stadt Tekirdağ in Thrakien zurück, im europäischen Teil der Türkei. In der Region wird seit 1880 Rakı gebrannt. Ab 1967 stand dort ein Produktionsstandort, der bis 2017 betrieben wurde. In diesem Jahr wurde das Werk in Tekirdağ geschlossen.
Die Mey Company stellt Rakı heute in eigenen Werken in der Türkei her. Welche Abfüllung in welchem Werk entsteht, gibt das Unternehmen nicht an. Der Name Tekirdag bezeichnet bei dieser Flasche also die Marke. Er ist keine Ortsangabe für die heutige Herstellung.
Für die Kaufentscheidung ist das ohne Belang, denn Rezeptur und Herstellungsweg der Gold Series beschreibt der Hersteller unabhängig vom Standort. Maßgeblich sind die frischen Trauben, die zweifache Destillation mit Anis und die Fassreifung. Diese Merkmale gelten für jede Flasche der Sorte. Sie werden weiter unten Schritt für Schritt erläutert.
Zur Marke gehören neben der Gold Series weitere Sorten, darunter die Klassik, die Göbek, die Rezerv, die No 10 und die Gold. Die Gold Series ist davon die Sorte, deren Kennzeichen die Fassreifung ist. Die klassische Tekirdağ Rakısı wird ebenfalls aus 100 % frischen Trauben hergestellt, eine Fassreifung ist bei ihr aber nicht vorgesehen. Wer zwischen beiden Flaschen wählt, wählt also zwischen einem Rakı mit und einem Rakı ohne Eichenfass.
Beide Abfüllungen haben denselben Alkoholgehalt von 45 % vol. Auch beim Rohstoff gibt es keinen Unterschied, denn beide gehen auf frische Trauben zurück. Der Unterschied liegt in der Behandlung nach dem Brennen. Genau dieser Schritt macht die Gold Series zu einer eigenen Sorte und nicht bloß zu einer anderen Flaschenform.
Wir kennen die Gold Serie als Raki im mittleren Segment, und wollen Ihnen im folgenden Abschnitt die Herstellung ausführlich beschreiben.
Die Geschichte der Marke Tekirdag Raki finden Sie in einem eigenen Beitrag.
Herstellung und Fassreifung
Der Tekirdag Raki Gold ist nach seiner Verkehrsbezeichnung eine Spirituose mit Anis. Seine Grundlage ist Suma, das aus frischen Trauben gebrannt wird. Für die Gold Series wird Suma aus ausgewählten frischen Trauben verwendet. Getrocknete Trauben oder Rosinen kommen bei dieser Abfüllung nicht zum Einsatz.
Die Verwendung frischer Trauben ist ein Punkt, den die Gold Series mit allen Tekirdg Raki Sorten teilt. Die Trauben werden zunächst vergoren, und dann im ersten Destilliergang zu Suma gebrannt. Suma hat weit über 90% Alkoholgehalt und ist auch noch kein Rakı, sondern die Grundlage, aus der er später entsteht. Erst im nächsten Schritt wird der Anis hinzugegeben.
Suma wird bei Rakı grundsätzlich aus Trauben gewonnen. Laut türkischem Recht müssen mindestens 65% des Suma aus Trauben bestehen, nur 35% dürfen anderer (Agrar-) Alkohol, z.B. aus Getreide sein. Ob frische oder getrocknete Trauben verwendet werden, und welcher zusätzliche Alkohol anderen Ursprungs gewählt wird, prägt den späteren Geschmack des Rakı.
Das Suma wird im zweiten Destilliergang zusammen mit hochwertigen Anissamen in Rakı-Brennblasen erneut destilliert. Bei diesem Brand geht der Anis in das Suma über. Erst dadurch wird aus dem Suma ein Rakı. Der Anis ist deshalb kein nachträglich zugesetzter Stoff, sondern Teil der Destillation selbst.
Gebrannt wird in kupfernen Brennblasen. Kupfer ist bei der Rakı-Herstellung das übliche Material für die Blasen. Das Metall leitet Wärme gleichmäßig und reagiert während des Brennens mit schwefelhaltigen Verbindungen im Destillat. Solche Blasen werden deshalb bei vielen Spirituosen eingesetzt, die aus Obst oder Trauben gebrannt werden.
Insgesamt wird die Gold Series zweifach destilliert. Der erste Brand erzeugt das Suma aus den vergorenen Trauben. Der zweite Brand verbindet das Suma mit dem Anis. Nach diesen beiden Durchgängen ist der Rakı noch farblos und klar.
Auf die Destillation folgt der Schritt, der die Gold Series von der klassischen Abfüllung trennt. Der Rakı wird in hochwertige Eichenfässer gefüllt und reift dort 90 Tage. Während dieser Zeit nimmt er Farbstoffe aus dem Holz auf. So entsteht die goldene bis goldgelbe Färbung, die der Sorte ihren Namen gibt.
Die Dauer von 90 Tagen nennt der Hersteller ausdrücklich. Über Größe, Herkunft oder Vorbelegung der Fässer haben wir leider keine Angaben. Belegt ist nur, dass es sich um Eichenfässer handelt.
Die Farbe stammt also aus dem Fass und nicht aus einem Zusatz. Eichenholz gibt während der Lagerung Stoffe an den Raki ab, darunter solche, die färben. Je nach Dauer und Fass fällt der Farbton kräftiger oder heller aus. Bei der Gold Series ergibt sich daraus ein dezentes Gold.
Ein farbloser Rakı und die Gold Series lassen sich deshalb schon im Glas auseinanderhalten. Die klassische Abfüllung ist unverdünnt klar wie Wasser. Die Gold Series zeigt dagegen den goldenen Ton aus der Fassreifung. Wer beide Flaschen nebeneinander stellt, sieht den Unterschied ohne Etikett.
Nach der Reifung wird der Rakı auf 45 % vol eingestellt und abgefüllt. Das entspricht dem Alkoholgehalt der klassischen Tekirdağ Rakısı. Die Fassreifung verändert also nicht die Stärke, sondern Farbe und Charakter der Abfüllung.
Ein Zutatenverzeichnis ist für Spirituosen nicht vorgeschrieben. Die Bestandteile ergeben sich hier aus dem Herstellungsweg: frische Trauben als Grundlage für das Suma, und Anissamen für den zweiten Brand. Hinzu kommt Wasser, mit dem der Rakı nach der zweiten Destillation auf Trinkstärke eingestellt wird.
Die Herstellung der Gold Series gliedert sich damit in vier Schritte. Zuerst werden frische Trauben zu Suma gebrannt. Dann wird das Suma mit Anis in Kupferblasen erneut destilliert. Zuletzt reift der Rakı 90 Tage im Eichenfass und wird auf 45 % vol abgefüllt.
Speiseempfehlung zur Gold Series
Die Mey Company empfiehlt die Gold Series ausdrücklich zu Hauptgerichten. Darin unterscheidet sie sich von der klassischen Abfüllung, die für kalte Meze und Hauptgerichte vorgesehen ist. Bei der Gold Series stehen die warmen Gerichte im Vordergrund. Die kalten Vorspeisen sind damit nicht ausgeschlossen, aber nicht der eigentliche Schwerpunkt.
Als Begleiter eignet sich die Gold Series zu Fisch. Dazu zählen gegrillter Fisch, Fisch aus der Pfanne und Fisch aus dem Ofen. Auch Meeresfrüchte werden in der türkischen Küche häufig zu Rakı gereicht. Beim Hauptgericht passt die Gold Series damit genau in die Rolle, die ihr die Herstellerempfehlung zuweist.
Bei Fisch spielt die Zubereitung eine größere Rolle als die Sorte. Einfach gegrillter Fisch mit Zitrone und Salat ist in der Türkei eine verbreitete Begleitung zum Rakı. Auch Fisch mit Kräutern aus dem Ofen gehört dazu. Schwere Soßen sind dabei eher selten.
Neben Fisch passt die Gold Series zu Käse. Klassisch ist weißer Schafskäse, wie er in der Türkei als Beyaz Peynir zum Rakı gereicht wird. Auch gereifte Sorten wie Kaşar werden dazu serviert. Käse lässt sich als Teil einer Vorspeisenplatte oder für sich allein anbieten.
Weißer Schafskäse und Melone werden oft zusammen auf einem Teller gereicht. Sie brauchen keine Zubereitung und lassen sich gut vorbereiten. Damit eignen sie sich auch, wenn Gäste kommen.
Zu Vorspeisen lässt sich die Gold Series ebenfalls servieren. Dazu gehören kalte Meze wie Joghurt mit Gurke, gefüllte Weinblätter, Auberginenpüree oder Melone. Solche Platten stehen oft schon auf dem Tisch, bevor das Hauptgericht kommt. Die Gold Series begleitet dann den ganzen Ablauf vom ersten Teller bis zum Hauptgang.
Als Anlass eignet sich die Gold Series für eine Mezze-Tafel ebenso wie für Feiern und Festtage. Auch zu einem ruhigen Abend mit einem Essen zu zweit lässt sie sich öffnen. Die Wahl hängt vom Essen ab, das auf den Tisch kommt. Zu einem Hauptgericht mit Fisch ist sie die naheliegende Flasche der Marke.
Die Gold Series muss aber nicht zum Essen getrunken werden. Die Mey Company empfiehlt sie auch pur als Digestif. In dieser Rolle steht sie am Ende einer Mahlzeit und nicht an ihrem Anfang. Diese Empfehlung gibt es für die klassische Abfüllung der Marke nicht.
Wer die Gold Series als Digestif serviert, gießt nach dem Essen eine kleine Menge ein. Getrunken wird sie dann in kleinen Schlucken. Eine Vorspeisenplatte ist dafür nicht nötig. Wer mag, stellt ein Glas Wasser daneben.
Die beiden Empfehlungen des Herstellers decken also zwei verschiedene Momente ab: den Hauptgang und die Zeit danach. Wer eine Flasche für beides sucht, hat mit der Gold Series eine Abfüllung, die für beide Fälle vorgesehen ist. Die klassische Abfüllung ist dagegen auf Meze und Hauptgerichte ausgerichtet. Das ist beim Kauf der wichtigste praktische Unterschied zwischen den beiden Flaschen.
Servieren und Trinktemperatur
Die empfohlene Trinktemperatur liegt bei 8 bis 10 °C. Die Flasche sollte deshalb vor dem Servieren gekühlt werden, etwa einige Stunden im Kühlschrank. Einfrieren ist nicht nötig. Eine zu kalte Flasche kann im Rakı eine Trübung verursachen, noch bevor Wasser hinzukommt.
Die Kühlung betrifft vor allem die Flasche, weniger das Glas. Ein gekühltes Glas ist möglich, aber nicht nötig. Das Wasser zum Verlängern sollte dagegen gut gekühlt sein. So bleibt das Getränk auch ohne Eis angenehm frisch.Passende Kühler finden Sie auf unserer Zubehörseite.
Serviert wird die Gold Series üblicherweise in einem schmalen, hohen Rakı-Glas. Dieses Glas fasst den Rakı und das Wasser, mit dem er verlängert wird. Daneben steht ein zweites Glas mit kaltem Wasser. So wird Rakı in der Türkei traditionell auf den Tisch gebracht.
Pur getrunken zeigt die Gold Series ihre goldene Farbe aus der Fassreifung. Das gilt vor allem, wenn sie als Digestif serviert wird. Dann bleibt das Wasser außen vor, und der Rakı kommt unverdünnt ins Glas. Hier kommt die Farbe am deutlichsten zur Geltung.
Für den Digestif genügt ein kleines Glas. Die Menge ist geringer als beim Rakı zum Essen, weil kein Wasser hinzukommt. Wer den Rakı dennoch verdünnt, gibt nur wenig Wasser dazu. Dann trübt er sich nur leicht, und vom goldenen Ton bleibt mehr sichtbar.
Zu Tisch wird Rakı meist mit Wasser gemischt. Üblich ist etwa ein Teil Rakı auf ein bis zwei Teile Wasser. Das Mischverhältnis bestimmt jeder selbst. Wichtig ist nur die Reihenfolge beim Eingießen.
Zuerst kommt der Rakı ins Glas, danach das kalte Wasser. Erst am Schluss gibt man, wenn gewünscht, Eis hinzu. Kommt das Eis zuerst ins Glas, kann sich an seiner Oberfläche ein Film bilden. Diese Reihenfolge ist deshalb die übliche.
Beim Mischen mit Wasser trübt sich die Gold Series. Die goldene Färbung geht dabei in ein milchiges Weiß über. Der Grund ist das im Anis enthaltene Anethol, das sich in Alkohol löst, in Wasser aber nicht. Sinkt der Alkoholanteil, bildet es feine Tröpfchen, die das Licht streuen.
Diese Trübung ist also kein Qualitätsmangel, sondern ein Zeichen für Anis im Destillat. Sie tritt bei allen Rakı-Sorten auf, bei klaren wie bei gereiften. Bei der Gold Series verbindet sie sich mit dem goldenen Grundton. Das Ergebnis ist ein milchiges Weiß mit leichtem Schimmer.
Nach dem Öffnen wird die Flasche mit dem Schraubverschluss wieder verschlossen. Aufrecht gelagert, kühl und dunkel, hält sich der Rakı über lange Zeit. Direktes Sonnenlicht sollte die Flasche nicht treffen. Zum nächsten Servieren wird sie wieder auf 8 bis 10 °C gekühlt.
Wer eine Flasche für das Hauptgericht und für den Digestif sucht, findet im Tekirdag Raki Gold die Sorte der Marke, die für beides vorgesehen ist. Sie reift 90 Tage im Eichenfass und trägt daher ihre goldene Farbe. Serviert wird sie bei 8 bis 10 °C, pur oder mit Wasser. Der Alkoholgehalt liegt bei 45 % vol.





Rezensionen
Es gibt noch keine Rezensionen.